Konsumgüter, Handel

Zwei Frauen
schaffen Plastik ab

Folien, Beschichtungen, Einwegplastik: Den Kunststoffanteil in all diesen Produkten könnte künftig das Bio-Granulat „Traceless“ ersetzen – ein Naturstoff, der ähnliche Eigenschaften wie Plastik hat, aber in der Umwelt vollständig kompostierbar ist.

09/2022

Eine Welt ohne Plastik – daran arbeiten die beiden Gründerinnen der Traceless Materials GmbH Dr. Anne Lamp (CEO, links) und Johanna Baare (COO) mit vollem Einsatz. Mit ihrem innovativen Bio-Granulat werden Kunststoffprodukte vollständig kompostierbar.Porsche Consulting/Andreas Laible

Ein Tas­ten­druck und das graue Roll­tor öff­net sich. In der unschein­ba­ren Lager­hal­le in Buch­holz, einer nord­deut­schen Klein­stadt, wird an einem der wich­tigs­ten Zukunfts­the­men gear­bei­tet: einer Welt ohne Plas­tik. Das Start-up-Unter­neh­men Traceless Mate­ri­als GmbH hat dafür eine inno­va­ti­ve Lösung parat. Sie ver­birgt sich in klei­nen Pro­ben­be­häl­tern auf dem Labor­tisch und auch in gro­ßen, schwar­zen Kis­ten auf der rech­ten Seite der Lager­hal­le: eine hell­oran­ge, kris­tall­för­mi­ge Sub­stanz. Mit die­sem Kunst­stoff­er­satz wol­len die bei­den Traceless-Grün­de­rin­nen Dr. Anne Lamp, CEO, und Johan­na Baare, COO, die plas­tik­ver­ar­bei­ten­de Indus­trie revo­lu­tio­nie­ren – und der Plas­tik­ver­schmut­zung den Kampf ansa­gen. An die­sem Ziel arbei­ten die bei­den Frau­en und ihr Team mit vol­lem Enga­ge­ment. Die Über­zeu­gung treibt die Gewin­ne­rin­nen des Deut­schen Grün­der­prei­ses 2022 (Kate­go­rie „Start­Up“) an.

Mit einer innovativen Produktidee zum Erfolg – Lamp und Baare werden mit ihrem Unternehmen Traceless zu den Gewinnerinnen des Deutschen Gründerpreises 2022 in der Kategorie „StartUp“ gekürt.Porsche Consulting/Andreas Laible

Folie aus Getreideresten – Kompost nach neun Wochen

Eine Last­wa­gen­la­dung pro Minu­te. Oder in Zah­len aus­ge­drückt: rund zehn Mil­lio­nen Ton­nen. Das ent­spricht der Menge an Plas­tik­müll, die laut des Umwelt­ver­bands NABU jähr­lich in den Welt­mee­ren lan­det. Bis zum Jahr 2040 wird sich die Menge mehr als ver­dop­peln, pro­gnos­ti­ziert eine Stu­die der Non-Pro­fit-Orga­ni­sa­ti­on Pew Cha­ri­ta­ble Trusts und der sys­tem­ver­än­dern­den Firma Sys­temiq. Mit eine der bedeu­tends­ten Ursa­chen dafür: die mas­sen­haf­te Ver­brei­tung von Ein­weg­plas­tik. Die Fol­gen sind fatal: Mee­res­tie­re und Vögel ver­en­den. Lebens­räu­me, wie Koral­len­rif­fe, wer­den durch Abla­ge­rung von Plas­tik­müll beein­träch­tigt. Und die Arten­viel­falt nach­hal­tig gefähr­det. Um den dro­hen­den Kol­laps der Meere abzu­wen­den, braucht es Pio­nie­re – Unter­neh­men wie Traceless.

Das im Jahr 2020 gegrün­de­te deut­sche Start-up mit Sitz in Buch­holz in der Nord­hei­de, süd­lich von Ham­burg, hat eine voll­kom­me­ne Pro­dukt­neu­heit ent­wi­ckelt. Ein Bio-Gra­nu­lat, das in wei­ter ver­ar­bei­te­ter Form zur nach­hal­ti­gen Alter­na­ti­ve für Plas­tik wird. Um das Pro­dukt Traceless wei­ter­zu­ver­ar­bei­ten, muss die plas­tik­ver­ar­bei­ten­de Indus­trie noch nicht ein­mal ihre Spritz­guss­ma­schi­nen umrüs­ten – denn auch dar­auf haben die Grün­de­rin­nen geach­tet. Her­ge­stellt wird das Gra­nu­lat aus Rest­stof­fen der Getrei­de­ver­ar­bei­tung – einem natür­li­chen Mate­ri­al, das auch als Fut­ter­mit­tel ein­ge­setzt wird. Die große Beson­der­heit: Unter natür­li­chen Kom­pos­tier­be­din­gun­gen ist das Mate­ri­al zu 100 Pro­zent bio­lo­gisch abbau­bar – und das in einer Rekord­zeit von nur neun bis zwölf Wochen, ver­spre­chen die Grün­de­rin­nen. Wie der Name Traceless  schon sagt: eine Lösung, die spur­los wie­der verschwindet.

Die Herstellung von „Traceless“ erfolgt nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip. Der Grundgedanke: „Abfall ist Nahrung.“ Das heißt: Die Materialien werden in kontinuierlichen Kreisläufen gehalten und nach ihrer Verwendung wieder in Nährstoffe verwandelt.Traceless Materials GmbH

Der erste Großkunde: die Otto Group

Die Idee für Traceless kam der gebür­ti­gen Ham­bur­ge­rin Dr. Anne Lamp, Jahr­gang 1991, vor rund drei Jah­ren wäh­rend ihrer Pro­mo­ti­ons­zeit an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Ham­burg. Par­al­lel zu ihrer Dok­tor­ar­beit forsch­te die Ver­fah­rens­tech­ni­ke­rin an einem wei­te­ren Pro­zess: Wie sich aus Res­ten der Agrar­in­dus­trie ein Mate­ri­al her­stel­len lässt, das ähn­li­che Eigen­schaf­ten auf­weist wie Plas­tik. Erste Pro­dukt­pro­ben ent­stan­den. Und das erste Groß­un­ter­neh­men wurde auf­merk­sam: das Fami­li­en­un­ter­neh­men Otto Group – ein inter­na­tio­nal täti­ges Ver­sand­haus mit lan­ger Tra­di­ti­on. „Otto war von Anfang an Feuer und Flam­me, obwohl bei den ers­ten Pro­dukt­pro­ben noch viel Vor­stel­lungs­ver­mö­gen not­wen­dig war, wie dar­aus mal eine echte Ver­pa­ckung wer­den kann,“ so Lamp. „Das war für mich das erste Indiz dafür: Da steckt wirk­lich Inter­es­se dahinter.“

Kennengelernt hat sich das Gründerinnen-Duo bei der „ActOnPlastic“-Challenge des Berliner Inkubators „Project Together“. Gemeinsam feilten Lamp und Baare daran, wie ihre Idee zum echten Businessmodell wird – und gründeten Traceless im September 2020. Porsche Consulting/Andreas Laible

Kur­zer­hand bewarb sich die Dok­to­ran­din mit ihrer Idee und den ers­ten Pro­dukt­pro­ben bei der „ActOnPlastic“-Challenge des Ber­li­ner Inku­ba­tors „Pro­ject Tog­e­ther“. So lern­te sich auch das junge Grün­de­rin­nen-Duo ken­nen. Lamp: „Bei der Chal­len­ge ging es darum, 100 Ideen zusam­men­zu­brin­gen, um das welt­wei­te Plas­tik­pro­blem zu lösen. Meine Idee war eine davon. Jedem Ideen­trä­ger wurde ein Men­tor im Bereich Busi­ness zuge­wie­sen. Gematcht wur­den dann Johan­na und ich.“ Ein hal­bes Jahr lang tra­fen sich die bei­den Frau­en vir­tu­ell über Zoom zu Bespre­chun­gen. Und feil­ten daran, wie die Idee zum ech­ten Busi­ness­mo­dell wird. Als Lamp dann vor zwei­ein­halb Jah­ren den Schritt wagte, zu grün­den, war für sie klar: „Ich kann das nicht allein, ich brau­che Johan­na an mei­ner Seite.“ Wäh­rend Anne Lamp die tech­ni­sche Exper­ti­se mit­bringt, ver­ant­wor­tet die stu­dier­te Psy­cho­lo­gin und Betriebs­wir­tin Johan­na Baare, Jahr­gang 1988, den geschäft­li­chen Bereich. „Was uns als Grün­de­rin­nen-Team so stark macht ist, dass wir uns fach­lich so gut ergän­zen“, betont Baare.

„Wir wollen mit Traceless so viele Kunststoffprodukte wie möglich ersetzen – vor allem solche, die in der Umwelt landen könnten oder technisch nicht recyclebar sind“, sagt Dr. Anne Lamp, CEO der Traceless Materials GmbH.Porsche Consulting/Andreas Laible

Vor allem aber ver­eint die bei­den Jung­un­ter­neh­me­rin­nen ein gemein­sa­mes Ziel, an dem sie vehe­ment alle ihre unter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dun­gen aus­rich­ten: „Unse­re Mis­si­on ist es, mit unse­rem Pro­dukt einen wirk­li­chen Impact zu gene­rie­ren. Wir wol­len mit Traceless so viele Kunst­stoff­pro­duk­te wie mög­lich erset­zen – vor allem sol­che, die irgend­wann in der Umwelt lan­den könn­ten, oder tech­nisch nicht recy­c­le­bar sind“, unter­streicht Lamp. Die Anwen­dungs­fäl­le dafür sind viel­fäl­tig. Aus dem Gra­nu­lat las­sen sich fle­xi­ble Foli­en, Beschich­tun­gen und harte Kunst­stoff­al­ter­na­ti­ven her­stel­len. Aber auch Ver­pa­ckun­gen und Ein­weg­pro­duk­te ste­hen ganz oben auf der Agen­da: So könn­ten zukünf­tig Plas­tik­pro­duk­te wie zum Bei­spiel Stroh­hal­me, Eis­löf­fel, Ein­weg­ge­schirr, Obst- und Gemü­se­ver­pa­ckun­gen oder Ver­sand­ver­pa­ckun­gen durch Traceless ersetzt wer­den. Damit die auch klar von her­kömm­li­chen Kunst­stoff­pro­duk­ten unter­scheid­bar sind, soll jedes End­pro­dukt durch das ein­ge­stanz­te Traceless-Logo erkenn­bar sein.

Im Labor am Unternehmenssitz in Buchholz: Die Gründerinnen (rechts) im Austausch mit zwei Mitarbeitenden des R&D-Bereichs, Gabriela Silva und Alessandro Cataldo (links). Das Team stellt die Qualitätsprüfung der Materialproben sicher. Porsche Consulting/Andreas Laible
Das Bio-Granulat Traceless wird aus Reststoffen der Getreideverarbeitung hergestellt – einem natürlichen Material, das auch als Futtermittel eingesetzt wird.Porsche Consulting/Andreas Laible
Eine Produktionsvorstufe des Kunststoffersatzes Traceless. Aus dem fertigen Bio-Granulat lassen sich flexible Folien, Beschichtungen, Verpackungen, aber auch harte Kunststoffalternativen herstellen.Porsche Consulting/Andreas Laible
Momentan wird das Granulat in kleinen Mengen auf der Pilotanlage in Buchholz produziert. Doch das Gründerinnen-Team plant schon die nächsten Schritte in Richtung Expansion – 2024 geht die nächstgrößere Produktionsanlage in Betrieb.Porsche Consulting/Andreas Laible

Traceless – im Ganzen nachhaltig

Traceless ist Bioplastik einen großen Schritt voraus in Sachen Nachhaltigkeit. Das zeigt ein Kompostierbarkeitstest: Traceless-Folien (links, Dicke: 0,2 und 1,6 mm) im Vergleich zum handelsüblichen Bioabfallbeutel (rechts, Dicke: 0,03 mm). Traceless Materials GmbH
Wichtig war den Traceless-Gründerinnen schon von Anfang an, dass ihr Material insgesamt nachhaltig ist, ohne unerwünschte Nebeneffekte. Es soll nicht nur das Problem der Plastikverschmutzung lösen, sondern auch keine neuen Probleme fördern – wie zum Beispiel eine vermehrte Landnutzung oder einen erhöhten Energieverbrauch. Kurzum: Traceless soll einen ganzheitlich positiven Fußabdruck auf dem Planeten hinterlassen. Daher haben Dr. Anne Lamp und Johanna Baare, nach eigenen Angaben, bei der Entwicklung ihres Produkts alle Umweltbelastungsindikatoren berücksichtigt und das Material nach dem sogenannten Cradle-to-Cradle-Prinzip entwickelt. Der Grundgedanke dahinter: "Abfall ist Nahrung". Das bedeutet, dass alle Materialien in kontinuierlichen Kreisläufen gehalten und nach ihrer Verwendung wieder in Nährstoffe verwandelt werden. Der Schlüssel für die hervorragende Kompostierbarkeit von Traceless liegt in seinen natürlichen Inhaltsstoffen: „Das Besondere an unserer Lösung ist, dass wir keine synthetischen Polymerketten herstellen. So wie das die Chemieindustrie bei herkömmlichen Kunststoffen macht und wie das auch bei Bioplastik der Fall ist. Wir nutzen Polymere, die es in der Natur schon gibt. Deshalb kann die Umwelt sie auch abbauen – und das in nur wenigen Wochen“, sagt Baare. Damit eignet es sich für Produkte, die leicht als Abfall in der Natur landen können. Aufgrund seiner hohen Kompostierfähigkeit ist das Material allerdings weder wetter- und säurebeständig, noch hält es lange Zeit Flüssigkeiten stand – wie das etwa bei einer Orangensaftflasche erforderlich ist. Lamp ergänzt: „Bei diesen Produkten kann der Einsatz von Kunststoffen durchaus noch Sinn machen – sofern ein geschlossener, technischer Kreislauf besteht, in dem die Materialien vollständig recycelt werden können. Aber für alle Anwendungen, bei denen der Kreislauf nicht geschlossen werden kann, brauchen wir den biologischen Kreislauf – und Materialien wie Traceless.“ Das Bio-Granulat bringt auch noch einen weiteren Vorteil in Punkto Nachhaltigkeit mit: Für die Produktion von Traceless wird der Reststoff von einjährigen Pflanzen genutzt. Das Material muss also von der Ökobilanz her auch nicht wieder verwertet werden. Anders als beispielsweise bei Holz oder Papier. Hier dauert es sieben Jahre, bis der materialgebende Baum wieder gewachsen ist.
„Das Besondere an unserer Lösung ist, dass wir keine synthetischen Polymerketten herstellen. Wir nutzen Polymere, die es in der Natur schon gibt. Deshalb kann die Umwelt sie auch abbauen“, sagt Johanna Baare, COO der Traceless Materials GmbH.Porsche Consulting/Andreas Laible

Vom Pilotprodukt zur Startbahn

Das Gründerinnen-Duo ergänzt sich perfekt – während die promovierte Verfahrenstechnikerin Lamp die technische Expertise mitbringt, verantwortet die studierte Psychologin und Betriebswirtin Baare den geschäftlichen Bereich.Porsche Consulting/Andreas Laible
Die Gründerinnen Lamp und Baare in einer Team-Besprechung mit Tobias Scholz (Leiter Technik, links) und Pascal Volkmer (Projektingenieur, rechts).Porsche Consulting/Andreas Laible

In Koope­ra­ti­on mit meh­re­ren Part­nern – dar­un­ter die bei­den zwei gro­ßen Kon­zer­ne Otto Group und Luft­han­sa AG – arbei­tet das 22-köp­fi­ge Team bereits inten­siv an den ers­ten Pilot­pro­duk­ten. Noch im Jahr 2022 sol­len zum Bei­spiel erste Ver­sand­ver­pa­ckun­gen aus Traceless-Mate­ria­li­en bei Otto getes­tet wer­den. Und auch mit der größ­ten deut­schen Flug­ge­sell­schaft Luft­han­sa ste­hen schon die ers­ten Pro­to­ty­pen im Bereich Onboard-Ver­pa­ckun­gen in den Start­lö­chern. Um in einem indus­tri­el­len Maß­stab pro­du­zie­ren zu kön­nen, sind aber noch wei­te­re Schrit­te not­wen­dig. Momen­tan wird das Gra­nu­lat in klei­nen Men­gen auf einer ers­ten Pilot­an­la­ge in Buch­holz pro­du­ziert. „Ver­gli­chen mit den Men­gen, die wir anfangs im Labor pro­du­ziert haben, ist das für uns schon sehr viel: In der plas­tik­ver­ar­bei­ten­den Indus­trie jedoch wäre das gar nichts – da müs­sen wir noch ganz schön ska­lie­ren“, betont Baare. „Das ist für uns die große Her­aus­for­de­rung, aber auch der Ansporn, so schnell wie mög­lich unse­re Mate­ri­al­pro­duk­ti­on hoch­zu­fah­ren. Denn wir sehen ganz klar: Die hohe Nach­fra­ge ist da.“ Aktu­ell arbei­tet das Team daran, die nächst­grö­ße­re Pro­duk­ti­ons­an­la­ge im Jahr 2024 in Betrieb zu neh­men. Um Masse zu lie­fern – und so auch in naher Zukunft Plas­tik in gan­zen Pro­dukt­li­ni­en durch Natur­ma­te­ria­li­en erset­zen zu können.

Deutscher Gründerpreis – das Finale

Der Deutsche Gründerpreis zeichnet seit 2002 Persönlichkeiten aus, die sich nicht scheuen, aus Visionen Businesspläne zu entwickeln. Und die Ideen in Unternehmen verwandeln. Neben der Traceless Materials GmbH qualifizierten sich 2022 fünf weitere Nominierte in den Kategorien „StartUp“ und „Aufsteiger“ für das große Finale und die Preisverleihung, die am 13. September in Berlin gefeiert wurde. 
GEWINNER (Aufsteiger)Piraten-Stopper  Transparenz, Berechenbarkeit und Vertrauen entlang der gesamten Lieferkette – mithilfe ihrer B2B-Software schützt die Osapiens Services GmbH aus Mannheim Verbraucher und global agierende Unternehmen vor Produktfälschungen, Piraterie und Schmuggel. Dank eines speziellen Codes, eines Scanners und einer innovativen Technologieplattform können Fahnder zum Beispiel die Herkunft und den Weg eines Produktes lückenlos zurückverfolgen. NOMINIERT (Aufsteiger)Flinker forschen  Die Hamburger Appinio GmbH stellt die Branche auf den Kopf: Statt Tage oder Wochen dauert es im Schnitt nur wenige Minuten, bis das Unternehmen eine Umfrage „draußen im Feld“, also bei den Befragten, digitalisiert durchführt und die Ergebnisse vorliegen. Mit einer völlig neuen Methodik, Social-Media-Mechanismen und einer ordentlichen Portion Entertainment gewinnt Appinio schneller bessere Daten – auch weil die Befragten mit diesem System offenbar ehrlicher antworten. NOMINIERT (Aufsteiger)Schneller Schotter  Digitaler, schneller, transparenter: Mit ihrer App für Schüttgüter, Transporte und Entsorgung modernisiert die Schüttflix GmbH die Baubranche – und macht Schluss mit Problemen am Bau. Kies, Schotter und Sand sind ganz einfach und schnell per Handy-App bestellbar. Abladepunkte können auf einer virtuellen Karte markiert und der Lieferstatus minutengenau verfolgt werden. Zudem hilft das in Gütersloh ansässige Unternehmen Baustofflieferanten und Spediteuren, über die eigene Region hinaus zu arbeiten, Leerfahrten zu vermeiden und damit auch die Ökobilanz zu verbessern. NOMINIERT (StartUp)Antrieb aus dem Drucker  Der Additive Drives GmbH aus Dresden ist es gelungen, die stromleitenden Komponenten aus Kupfer und Aluminium, aus denen Elektromotoren zusammengebaut werden, im 3-D-Druck herzustellen. Vorteil: Wo bei herkömmlichen Verfahren etwa nur Kupfer in Drahtform verarbeitet werden kann, ermöglicht die additive Fertigung ganz neue und effizientere geometrische Formen. Die Motoren sind deshalb am Ende so stark, dass sie bis zu 45 Prozent mehr Leistung bringen. Neben allen großen deutschen Autoherstellern gehören bereits Ford (USA) und Toyota (Japan) zum Kundenkreis. NOMINIERT (StartUp)KI: Intelligenter antworten  Künstliche Intelligenz (KI) erreicht eine neue Dimension: Die Aleph Alpha GmbH aus Heidelberg hat ein KI-Modell entwickelt, das logische Zusammenhänge in Texten, aber auch von Bildinhalten versteht. Es erkennt nicht nur Objekte, sondern erfasst Kontext sowie Ursachen und reagiert nahezu kreativ. Die von der KI ausformulierte Antwort ist nicht nur präzise, schnell und transparent, sondern auch sprachlich auf den Menschen ausgerichtet. So können erstmalig Fragen, die in komplexen, großen Datenmengen verborgen sind, mithilfe von KI beantwortet werden.
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